Fachbereich
Wirtschaftswissenschaften

Zehn Jahre Kooperation mit Forschungsgesellschaft Kraftfahrtwesen mbH Aachen

Wenn es um neue Geschäftsmodelle in der sich wandelnden Automobilbranche geht, sind Studierende der Hochschule Niederrhein ganz vorne dabei. Denn seit zehn Jahren kooperiert die Professorin Doris Kortus-Schultes am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften mit Ingo Olschewski von der Forschungsgesellschaft Kraftfahrtwesen mbH Aachen (fka), die wiederum eng mit dem Institut für Kraftfahrzeuge an der RWTH Aachen kooperiert.

„Neue Technologien und Funktionen im Rahmen des elektrifizierten und automatisierten Fahrens sind auf eigene Geschäftsmodelle angewiesen, damit die Fahrzeughersteller sie profitabel auf den Markt bringen können“, sagt Ingo Olschewski. „Deswegen ist für uns die Kooperation mit den angehenden Betriebswirten interessant.“ Und Professorin Dr. Doris Kortus-Schultes ergänzt: „Über die Kooperation mit Aachen kommen wir an die aktuellen technischen Themen ran. Aufgabe der Studierenden ist es, sich jeweils tragfähige Geschäftsmodelle zu überlegen. Letztlich geht es um die Frage: Wie kann die Autobranche neue Geschäftsmodelle für Mobilität auf den Markt bringen und damit Geld verdienen?“

Für die Studierenden ist es eine Chance ihr theoretisch angeeignetes Wissen über Geschäftsmodelle in die Praxis zu übertragen. Jüngstes Thema war die Navigationsapp „Here we go“ des Online-Geodatendienstes HERE, der vor zwei Jahren von drei großen deutschen Autoherstellern gekauft wurde. Welche plattformbasierten Services könnten die Hersteller über diese App zusätzlich anbieten? So lautete die Fragestellung. Die Studierenden analysierten HERE, bestehende Geschäftsmodelle und zeigten Wege auf sie weiter zu entwickeln. Dabei rücken Partnerschaften in den Fokus wie zum Beispiel mit der Deutschen Telekom, einem Mobilfunkanbieter, der für vernetztes Fahren unabdingbar ist.

„Here we go bietet die Chance, noch mehr Informationssysteme ins Auto zu holen“, sagt Student Maximilian Marquitan. „Je mehr Services man integriert, desto mehr Geld lässt sich auf Herstellerseite verdienen.“ Seine Kommilitonin Julia Küker fügt hinzu: „Andere Firmen wie Google stoßen auf den Markt der selbstfahrenden Autos vor. Das führt zu großer Unsicherheit bei den deutschen Herstellern, die sich zu den Mobilitätsdienstleistungen Gedanken machen müssen.“ Und Kayley White ergänzt: „Neue Wertschöpfungsketten führen dazu, dass die Hersteller eng mit Telekommunikationsfirmen oder Software-Anbietern zusammenarbeiten müssen. Denkbar wäre auch eine Verbindung mit Smart-Home-Geräten, die über eine durch Stau verzögerte Ankunft ihres Bewohners informiert werden.“

Die Zukunft des Autofahrens muss für den Nutzer sicherer und komfortabler werden, darin sind sich die Studierenden einig. Ob sie für die Hersteller auch profitabler wird, wird sich zeigen.  


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